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Die Geschichte der Akademie für Bildende Künste, jetzt: Kunsthochschule Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität, reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Sie wurde am 23. Dezember 1757 als kurfürstliche Maler- und Bildhauerakademie von Kurfürst Johann Friedrich Karl von Ostein ins Leben gerufen und zählt damit zu den frühesten Gründungen im deutschsprachigen Raum.


Im Dezember 1785 lässt sie Kurfürst Friedrich Karl Joseph von Erthal durch die Zeichnungsakademie ersetzen und der kurfürstlichen Universität angliedern. Auch die Zeichenakademie besteht jedoch nur für kurze Zeit. Sie muss nach der Besetzung von Mainz durch napoleonische Truppen im Jahre 1797 ihre Unterrichtstätigkeit ebenso einstellen wie die Universität.

Infolge der um 1800 stattfindenden politischen Umbrüche und wechselnden Herrschaftsverhältnisse in Mainz ist weder ein kontinuierliches Arbeiten noch ein aussichtsreicher Neubeginn möglich. Nach diversen Privatinitiativen zur Gründung von Kunstschulen eröffnet 1841 eine Handwerker-Zeichenschule, aus der - zwischenzeitlich um eine Musterzeichen- und Modellierschule erweitert - die Kunstgewerbeschule hervorgeht.


Für diese wird in den 1920er Jahren zwar einer der seinerzeit größten und modernsten Neubauten geschaffen, ihre ursprüngliche Bestimmung als Staatsschule für Kunst und Handwerk aber durch die Machtergreifung der Nazis vereitelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird am 3. Oktober 1946 in Mainz, jetzt Landeshauptstadt des neu formierten Bundeslandes Rheinland-Pfalz, die Staatliche Bau- und Kunstschule eröffnet. Der Versuch, eine Akademie für freie und angewandte Kunst zu gründen, scheitert an den wirtschaftlich schwierigen Bedingungen im zerstörten Mainz. Ein gewisser Ausgleich soll durch die 1956 gebildete Landeskunstschule geschaffen werden, aus der 1959 sowohl die Staatliche Werkkunstschule Mainz als auch das Staatliche Hochschulinstitut für Kunst- und Werkerziehung hervorgeht.


Letztere erhält 1972 ein eigenes neues Gebäude am Taubertsberg. Gleichzeitig erfolgt die Eingliederung des Instituts als Fachbereich 24 in die Mainzer Gutenberg-Universität. Im Jahr 1986 wird der Studiengang Freie Bildende Kunst geschaffen und damit die Basis für Veränderungen gelegt, die 2001 zur Umbenennung des Fachbereichs in Akademie für Bildende Künste führen. Diese gehört weiterhin zur Universität, genießt aber Teilautonomie.
Mit der Novellierung des Hochschulgesetzes im Herbst 2010 wird die Akademie aus der Fachbereichsgliederung der Universität herausgelöst und zur Kunsthochschule Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität umgetauft.


Nach den Phasen der Umbrüche steht die Mainzer Kunsthochschule heute im Verbund mit den Kunsthochschulen der anderen Bundesländer. Mit mehreren Malerei- und Bildhauerklassen, mit Klassen für Grafik, Zeichnung, Medienkunst, künstlerischen Film, und Fotografie bietet sie Studierenden für das künstlerische Arbeiten ein vielfältiges Angebot.

Literatur:

Ullrich Hellmann, Kunstschulen in Mainz seit 1757. Die Geschichte zu einer 250-Jahr-Feier der Akademiegründung, Mainz (Vulkan) 2004;

Ullrich Hellmann, Zwischen Handwerk und Wissenschaft. Kurfürstliche Akademie und Kunststudium im ausgehenden 18. Jahrhundert in Mainz, Mainz (Vulkan) 2005;

Ullrich Hellmann, Die kurfürstliche Maler- und Bildhauerakademie (1757-1785). Eine Kunstschule zur Zeit der Aufklärung unter der Regentschaft der letzten drei Kurfürsten in Mainz, Mainz (Vulkan) 2007